Dominica
Die Naturinsel
Regenwald und Vulkane
Die Insel Dominica, die zum Commonwealth gehört, liegt in der östlichen Karibik zwischen Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden und gehört zu den Kleinen Antillen. Sie ist knapp 49 Kilometer lang und misst an der breitesten Stelle 23 Kilometer. Ihren Namen hat die Insel von Kolumbus, der sie am 3. November 1493, einem Sonntag (auf Lateinisch „dominica“), entdeckte. Und obwohl es natürlich auch auf Dominica karibische Strände wie aus dem Bilderbuch gibt, punktet die Insel doch in erster Linie mit der ursprünglichen Natur, die Sie bei Wanderungen entdecken können. Hier befindet sich nämlich der letzte tropische Primärregenwald der Karibik mit etlichen Flüssen, Bächen, Seen, Wasserfällen und einer überwältigenden Artenvielfalt.
Mit seiner Bergkette aus neun Vulkanen verzeichnet Dominica darüber hinaus die höchste Vulkandichte der Welt. Ihren Beinamen „the nature island“, die „Naturinsel“, trägt Dominica also vollkommen zu Recht. Und um all die Naturwunder entdecken zu können, gibt es auf der Insel auch noch den längsten Wanderweg der Karibik, den Waitukubuli National Trail, der auf 185 Kilometern vom Norden durch das grüne Herz Dominicas in den Süden der Insel führt. Natürlich muss man ihn nicht ganz erwandern, sondern kann sich kürzere Teilstrecken für einen Tag oder einige Stunden aussuchen.
Das Erlebnis wird auf jeden Fall immer einzigartig sein!
Roseau
Die kleine Hauptstadt Dominicas liegt auf einem schmalen Landstreifen an der Südostküste. Mittelpunkt ist der Hafen, an dem hin und wieder auch Kreuzfahrtschiffe anlanden. An der Promenade finden Sie zahlreiche Bars, Souvenirläden und Restaurants.
Nur wenige Minuten von der Promenade entfernt liegt der Old Market mit einer Vielfalt an tropischen Obstsorten und typischen karibischen Waren, wie geflochtenen Körben und bemalten Kokosnussschalen. Besuchen sollten Sie auch die neogotische Cathedral Our Lady Of Fair Haven und das Dominica Museum, das über den Sklavenhandel aufklärt.
Entspannung bietet der botanische Garten im Westen der Stadt mit vielen heimischen Pflanzen und einer großen Vogelvoliere. Von hier führt ein Weg zur Aussichtsplattform Morne Bruce mit wunderbarem Blick auf Roseau und die Küste.
Nationalpark Morne Trois Pitons
Nur 15 Kilometer von Roseau entfernt beginnt der dicht mit tropischem Regenwald bewachsene Nationalpark mit vulkanischen Felsformationen, zerklüfteten Bergwänden und tiefen Schluchten, der seit 1997 aufgrund seines Artenreichtums an Flora und Fauna zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Der Park verdankt seinen Namen dem Vulkan Morne Trois Pitons, einem der fünf aktiven Vulkane auf Dominica. Der Nationalpark wartet mit etlichen Schätzen auf, einem kochenden See, beeindruckenden Wasserfällen und einem wunderbaren Badepool.
In der Mitte des Boiling Lake, der immerhin einen Durchmesser von über 60 Metern hat und der zweitgrößte der Welt ist, sprudelt kochendes Wasser empor, dessen Dampfwolke den umstehenden Bäumen einen mystischen Schleier verleiht. Auslöser dieses Phänomens ist ein Geysir am Grund des Sees. Die Wanderung zu dem See ist zwar anstrengend und lang, der Anblick dieses Naturereignisses entschädigt aber vollends für die Mühen.
Nicht ganz so lange wandern Sie zu den Middleham Falls, dem höchsten Wasserfall der Insel. Schon von Weitem hört man das Tosen des Wassers, das sich in Becken ergießt, in denen man sich wunderbar erfrischen kann.
Ideal zum Baden ist auch der Emerald Pool auf einer Lichtung mitten im sattgrünen Regenwald. Der See wird von einem Wasserfall gespeist, der direkt aus dem Felsen entspringt und smaragdgrün schimmert – daher der Name.
Ganz Wagemutige können auch noch die Titou Gorge erkunden, einen tiefen Felseinschnitt, durch den man, umgeben von schwarzem Vulkangestein, hindurchschwimmen kann.
Kalinago Territory
Wenn Sie sich für die Kultur und Geschichte der indigenen Bevölkerung interessieren, sollten Sie das Kalinago-Reservat an der Ostküste besuchen. Im Kulturdorf Kalinago Barana Aute können Sie miterleben, wie die letzten Kariben ihrem traditionellen Handwerk – Korbflechterei, Kanubau, Töpferei und Holzschnitzerei – nachgehen, die kleinen Hütten bewundern und sogar bei Bewohnern übernachten und so einen Einblick in das einfache Leben erhalten.
Vulkanstrände und Tauchreviere
Die Strände von Dominica werden jeder Vorstellung von Karibik gerecht: feinster Sand, klares Wasser, sanft anrollende Wellen und hohe Palmen. Der Champagne Beach bietet neben der traumhaften Kulisse aufgrund von vulkanischen Thermalquellen auch noch warmes, blubberndes Wasser. Das gleichnamige Riff ist ein beliebter Spot für Schnorchler und Taucher, die hier viele bunte Fische, Schwämme, Korallen und sogar ein Schiffswrack aus dem 17. Jahrhundert entdecken können. Nicht umsonst zählt Dominica zu den fünf besten Tauchgebieten der Welt. Ein weiteres beliebtes Tauchrevier ist Scott’s Head. Wale und Delfine können Sie das ganze Jahr über bei Bootsausflügen beobachten.